[Abgebrochen] Die Verlassenen – Tom Perrotta

Abgebrochen

 

Es ist mal wieder soweit! Lange, lange ist es her, dass ich das letzte Mal ein Buch abgebrochen habe und darüber bin ich wirklich sehr glücklich, aber naja, ganz ohne Bücher die einen total enttäuschen geht es halt doch nicht. Diese Gedanken sind fast länger wie manche Rezension, aber es soll ja auch nachvollziehbar sein. ;) Heute in der Kategorie “Abgebrochen”: die Romanvorlage für die Serie “The Leftovers”, Tom Perrottas Roman “Die Verlassenen”.

Aber warum denn nur?

Tja, wo fange ich an? Vielleicht damit, dass ich einer dieser Menschen bin, die sich nicht bis zum Schluss durch Bücher hindurch quälen, sondern zu denen, die auch mal ein Buch abbrechen, wenn es einfach zu langweilig wird. Leider zählt “Die Verlassenen” zu diesen Büchern, was mich nach dem Lesen des Klappentextes und auch im Hinblick auf die Serie wirklich schwer enttäuscht hat. Aber was bringt es mir, mich nach knapp 100 gelesenen Seiten so sehr zu langweilen, dass ich immer wieder eine Ausrede finde, um nicht weiterzulesen? Und ja, so schlimm war es hier leider.

Nun aber zu dem Wieso, Weshalb, Warum. Grundsätzlich finde ich die Idee des Romans wirklich gut. Plötzlich verschwindet ein großer Teil der Menschheit aus heiterem Himmel und die “Verlassenen”, also die Zurückgebliebenen, müssen sehen wie sie damit zurecht kommen, dass vielleicht plötzlich der Ehemann oder die beste Freundin wie vom Erdboden verschluckt wurden. Ich finde auch den Ansatz ganz nett, das Thema nicht in einem rasanten Action Thriller abzuhandeln, sondern in einem recht ruhigen Roman mit dem ein oder anderen Mystery-Element, wenn es dann aber so ruhig wird wie hier, dann vergeht mir das Lesevergnügen recht schnell. Vielleicht liegt das daran, dass ich nun mal gerne Thriller lese und ständige Spannung gewöhnt bin, aber dass absolut null Spannung aufkommen will, das muss dann schon einen anderen Grund haben. Zugegeben, ich habe bei ca. 100 Seiten aufgegeben und kann daher nicht beurteilen, was im Nachhinein vielleicht noch passiert, aber wenn ein Buch nach fast einem Drittel noch nicht mal ein klitzekleines bisschen Spannung erzeugt oder anderweitig “Motivation” zum Weiterlesen bietet, dann bringt es mir auch nichts es weiterzulesen.

Neben der sich nicht einstellen wollenden Spannung, hat mir vor allem die Art und Weise des Erzählens nicht zugesagt. Zwar handelte es sich im Großen und Ganzen um die Einführung der Charaktere, aber das erfolgte in einem so abgehackten Stil, der mir so vor kam, als wolle der Autor eine Checkliste von biographischen Eckpunkten abarbeiten und hat diese dann mit viel Lieblosigkeit und Schnelligkeit aufs Papier gebracht. Klar, Stil ist Geschmackssache, aber mir ist dadurch die gesamte Geschichte Stück für Stück regelrecht auf die Nerven gegangen.

Aber genug des Negativen, es gab da zumindest auch Etwas, das mich überzeugen konnte, und das war die Atmosphäre. Ich fand es wirklich gut gemacht, wie der Autor die Unvorstellbarkeit der Situation umgesetzt hat und auch die Gefühle und Handlungen der vorgestellten Charaktere kamen mir sehr glaubwürdig rüber.

Letztendlich hat mich das Buch aber leider völlig enttäuscht, auch wenn ich die Idee im Ansatz nicht schlecht finde. Vielleicht habe ich auch einfach etwas komplett anderes erwartet und konnte mich nicht auf das einlassen, was das Buch für andere Leser wiederum sein mag, nämlich ein ruhiger, nachdenklich machender Roman.

[Rezension] The Diviners – Libba Bray

The-Diviners---Aller-Anfang-ist-bose-9783423760966_xxlTitel: The Diviners – Aller Anfang ist böse

Autorin: Libba Bray

Genre: Jugendbuch

Format: Hardcover, 704 Seiten

Verlag: dtv; Oktober 2014

Preis: 19.95 €

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Inhalt

New York, 1926: Wegen eines kleinen „Zwischenfalls“ wurde Evie O‘Neill aus ihrer langweiligen Kleinstadt ins aufregende New York verbannt. Dort genießt sie das wilde Partyleben, bis ein seltsamer Ritualmord die Stadt erschüttert – und Evie über ihren Onkel, den Direktor des Museums für Amerikanisches Volkstum, Aberglauben und Okkultes plötzlich mitten in den Mordermittlungen steckt. Schon bald weiß sie mehr als die Polizei. Denn Evie hat eine geheime Gabe, von der niemand wissen darf: Sie kann Gegenständen die intimsten Geheimnisse ihrer Besitzer entlocken. Doch sie hat keine Ahnung, mit welch entsetzlicher Bestie sie es zu tun bekommt.

meinung

Es gibt ja Bücher, die will man ohne Rücksicht auf Verluste haben, weil man einfach so begeistert von dem Cover ist. Bei “The Diviners” habe ich das Cover gesehen und habe in aller Ruhe ignoriert, dass es eventuell ein 0815 Teenager-Mädchen-Dämonen Roman werden könnte. Ich habe also in die Wundertüte gegriffen und habe richtig fettes Glück gehabt, denn neben einem Cover das man gerne im Regal präsentiert, habe ich auch noch eine wirklich tolle und unterhaltsame Geschichte bekommen, Jackpot!

Aber genug vom Cover geschwärmt, Ihr seht ja selbst, dass es vor allem Liebhaber der 20er Jahre das Herz höher schlagen lassen dürfte. ;) Die Story um Evie beginnt mit einem sehr stimmungsvollen Prolog, bei dem es mir erstaunlicher Weise trotz abgebrühter Horror-Erfahrung das erste Mal schaurig schön den Rücken hinunter gelaufen ist. Meine Neugierde war also schon ab den ersten paar Seiten geweckt und hat auch auf den restlichen Seiten nicht nachgelassen, was für so einen dicken Schmöker eine beachtliche Leistung ist. Wir haben es vom Prinzip her mit einer recht klischeehaften Geschichte zu tun, denn das Mädchen das seine übernatürlichen Fähigkeiten entdeckt und sich dem “Bösen” stellen muss, das gab es schon oft, aber bei “The Diviners” sind es die Kleinigkeiten, die dem Buch das gewisse Etwas verleihen.

Die “Diviners”, das sind Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten, aber davon bekommt man im Buch leider gar nicht so viel mit. Das war für mich auch der größte Kritikpunkt, denn gerade für einen ersten Band hätte ich mir doch gewünscht, dass man mehr über die Hintergründe dieser Leute erfährt, was sie können, was sie wollen und so weiter und so fort. Leider waren die Details sehr dünn und haben mich etwas enttäusch zurückgelassen. Der größte Pluspunkt hingegen ist definitiv die Atmosphäre, die im Buch herrscht. Als Leser wird man mit reihenweise tollen und authentischen Beschreibungen in das New York der 20er Jahre entführt und kann es förmlich vor sich sehen. Libba Bray (das erwähnt sie auch im Nachwort) hat in ihrem Buch nicht mit realen Begebenheiten und historischen Hintergründen gespart, was das Buch für mich persönlich nochmal eine ganze Ecke authentischer und auch spannender macht. Die Bedrohung, die vom “Bösen” ausgeht, wird dadurch selbst im Nachhinein nochmal eine Ecke gruseliger, wie sie so schon ist. Denn das muss ich Libba Bray echt lassen, als eingefleischter Horror-Leser habe ich mich an einigen Stellen schön gegruselt und das zeigt nur einmal mehr, wie toll die Atmosphäre in diesem Buch ist.

Die Geschichte hat einen recht steilen Spannungsbogen, auch wenn man doch erstmal ein wenig Zeit braucht, um sich an alles zu gewöhnen, vor allem an Evie. Wenn die Protagonisten dann aber dem “Bösen” auf die Spur kommen, dann nimmt das Buch nochmal richtig Fahrt auf und ich konnte es spätestens ab da gar nicht mehr aus der Hand legen. Wie gesagt, Evie ist anfangs ein recht gewöhnungsbedürftiger Charakter. Sie “leidet” ziemlich unter ihrer sturköpfigen und teils zickigen Ader, aber andererseits fand ich gerade ihr egozentrisches Auftreten sehr cool gemacht, man könnte es also fast als eine Art Hassliebe bezeichnen! Was die anderen Charaktere angeht, so verdienen sie den Zusatz “Neben” definitiv, denn sie bleiben allesamt dermaßen blass und hintergrundlos, dass es schon fast ärgerlich ist. Die eingestreuten Kapitel um Memphis scheinen in überhaupt keinem Zusammenhang zur Hauptstory zu stehen und ich begreife bis heute nicht, weshalb so viele Seiten mit ihm gefüllt worden sind, wo er doch nur ein einziges Mal in das Geschehen wirklich “hineinstolpert”. Auch die anderen Charaktere bleiben merkwürdig blass, obwohl sie allesamt würdig wären, dass wir als Leser mehr über sie erfahren. Ein wenig Hoffnung habe ich ja, da es sich hier um einen ersten Band handelt, also vielleicht klärt sich das ja alles noch auf, angenehm fand ich es trotzdem nicht.

bewertung

“The Diviners” wartet durchaus mit einigen Schwächen auf. Da sind zum Beispiel die blassen Nebencharaktere oder die ein oder andere zähe Stelle, die einem merkwürdig in die Länge gezogen vorkommt. Ich habe das aber alles großzügig hingenommen, weil ich so dermaßen vom Flair und der ständig erzeugten Neugier angetan war, dass es mich gar nicht weiter gestört hat. Deshalb vergebe ich auch ruhigen Gewissens vier Punkte – und für das Cover sowieso.

Gute 4 Punkte

4 Kühe

 

[Neuzugang] Man soll ja positiv denken

Hallo liebe Leute,

eigentlich, ja eigentlich sollte ich jetzt schon im Zug Richtung Danzig sitzen und mich auf eine Woche literarische Exkursion mit der Uni einstellen, aber da die Deutsche Bahn leider nicht in der Lage war, wenigstens einen einzigen kleinen winzigen Zug von Leipzig nach Berlin (und darüber hinaus) zu schicken, sitze ich stattdessen hier und schreibe einen Neuzugänge Post. Man muss also die positiven Seiten sehen, morgen Vormittag klappt die Fahrt dann hoffentlich. ;)

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Die Verlassenen – Tom Perrotta

Der ein oder andere von Euch hat vielleicht schon von der Serie “The Leftovers” gehört. Ich hab sie noch nicht gesehen, aber zumindest steht sie auf meinem Plan und da wir hier die Romanvorlage haben, werde ich wohl bald mal damit beginnen. :)

Wo sind all die Menschen hin? Was passiert, wenn die Apokalypse plötzlich eintritt und Millionen von Menschen von der Erde verschwinden? Wie gehen die Zurückgelassenen mit der veränderten Welt um, in der plötzlich Nachbarn, Freunde, Verwandte und Geliebte fehlen, ihr Leben aber gnadenlos weitergeht?

Aquarius – Thomas Finn

Der Klappentext lässt mein Grusel-Herz höher schlagen, ich bin dermaßen gespannt auf das Buch, dass ich es am liebsten den beiden noch ausstehenden Rezi-Exemplaren vorziehen würde. ;)

Legenden ranken sich um die grausamen Wesen, die unachtsame Männer mit ihrer Schönheit und ihrem Gesang ins Verderben locken. Außer den Berichten betrunkener und einsamer Seeleute gibt es aber keinerlei Beweise für die Existenz von Nixen. Einzig eine eingeschworene Gemeinschaft hütet seit Jahrhunderten ihr Geheimnis. Bis jetzt … Bei den Bergungsarbeiten an einer alten Seemine geschieht ein Unglück: Die Mine explodiert. Als Berufstaucher Jens Ahrens wieder zu Bewusstsein kommt, findet er sich in einem Keller wieder, gefangen mit anderen Männern, die unter Drogen gesetzt und so wehrlos gemacht wurden. Nur mit Mühe kann er sich befreien und flüchtet nach Egirsholm, eine kleine, wohlhabende Küstensiedlung. Diese aber wird zum Schauplatz rätselhafter Todesfälle. Menschen ertrinken – und das sogar auf der Landstraße oder in ihrem Haus! Etwas geht vor sich, in das Jens so schnell und tief hinab gesogen wird, dass er sich nicht mehr entziehen kann. Das Meer ist unruhig. Und es ist wütend.

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Mädchenjäger & Rattenfänger – Paul Finch (M. Heckenburg Reihe 1+2)

Nachdem ich diese Rezension gelesen hatte, musste ich mir Teil 1 unbedingt irgendwo her organisieren und bin auf Tauschticket fündig geworden, Teil 2 hat mir nur knapp eine Woche später lustiger Weise Amazon Vine beschert. ;)

Achtunddreißig verschwundene Frauen innerhalb weniger Jahre. Ohne jede Spur. Kein Motiv, kein Muster, keine Leichen. Detective Sergeant Mark »Heck« Heckenburg ist überzeugt, dass das kein Zufall sein kann, doch außer ihm glaubt niemand an einen Zusammenhang. Als Heck auf eigene Faust ermittelt, kommt ihm eine Frau zuhilfe: Lauren Wraxford, die verzweifelt auf der Suche nach ihrer verschwundenen Schwester ist. Gemeinsam riskieren sie alles – in einem Kampf auf Leben und Tod gegen eine unsichtbare Macht.

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Unschuldige Menschen sterben. Zwischen den Morden vergehen Tage, Monate. Wo zunächst kein Zusammenhang scheint, erkennt Detective Mark Heckenburg vom Dezernat für Serienverbrechen ein grausames Muster. Die Zeit läuft, denn der Killer handelt nach Plan. Und nichts wird ihn davon abhalten, diesen Plan in die Tat umzusetzen.

[Rezension] Beautiful Bastard – Christina Lauren

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Autorin: Christina Lauren

Genre: Erotik

Format: Taschenbuch, 304 Seiten

Verlag: Mira Taschenbuch; September 2014

Preis: 8.99 €

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Inhalt

Chloe Mills weiß, was sie will. Doch auf dem Weg zum Traumjob stellt sich ihr ein Problem in den Weg: ihr Boss Bennett Ryan. Perfektionistisch, arrogant – und absolut unwiderstehlich. Ein verführerischer Mistkerl! Bennett Ryan weiß, was er will. Und dazu gehört garantiert keine Affäre mit seiner sexy Praktikantin, die ihn mit ihrem unschuldigen Lächeln in den Wahnsinn treibt. Trotzdem kann er Chloe einfach nicht widerstehen. Er muss sie haben. Überall im Büro. Gemeinsam verfangen sie sich in einem Netz aus Lust, Gier und Obsession …

meinungAlso gut, legen wir die Karten auf den Tisch: Ja, ich habe Shades of Grey gelesen! Das war dann aber auch der erste und letzte Roman in Sachen Erotik. Es war einfach nur grauenhaft und so wie es schien, hatte ich mir bis auf unbestimmte Zeit das Interesse und gleich das gesamte Genre versaut. Dann kam “Beautiful Bastard”.

Zugegeben, der Klappentext klingt unheimlich nach Klischee und der typischen dummen, hilflosen Praktikantin die halt auf ihren supertollen Hengst alias Boss abfährt. Nichts Neues und von Kennern des Genres mit Sicherheit auch schon zu Tausenden so gelesen. Ich weiß gar nicht was es letztendlich war, was mich trotzdem super neugierig auf das Buch gemacht hat, und das, obwohl ich ja nach Shades of Grey so “abgeturnt” war, um mal in der Sprache des Buches zu bleiben. ;) Ich habe also angefangen zu lesen und durfte gleich nach sehr kurzer Zeit feststellen, dass es hier mächtig zur Sache geht und dass das wahrscheinlich nicht das letzte Mal gewesen sein dürfte. Kitschige Romantik, errötende und hilflose Protagonistinnen und fürchterlich klischeehafte Sexszenen blieben aber auch nach mehr als 100 Seiten immer noch aus und langsam begann ich tatsächlich zu begreifen, dass es in diesem Gebiet wohl auch gute Bücher geben kann. Gut, die Handlung ist wirklich flach und alles andere als anspruchsvoll, aber ganz ehrlich, das erwartet man doch von so einem Buch auch nicht, oder? Was man erwartet, das wollen wir mal so im Raum stehen lassen, das wisst ihr selbst, und ich kann euch versprechen, das bekommt man mit “Beautiful Bastard” definitiv geliefert. Die meisten intimen Szenen sind nämlich einfach mal super gut geschrieben und überraschend abwechslungsreich, ich könnte mir vorstellen, dass da so manche geheime Vorstellung der geneigten Leserin erfüllt wird. Das Gute ist, dass die Szenen zu keiner Zeit entweder überzogen oder unrealistisch wirken und das ist es wahrscheinlich auch, was sie wirklich gut macht. Aber wie gesagt, es geht sehr oft zur Sache und das nicht gerade zimperlich. Wer damit nichts anfangen kann, sollte lieber einen Bogen um das Buch machen.

Der zweite dicke Pluspunkt von “Beautiful Bastard” sind die Charaktere, oder besser gesagt: Chloe. Während ich Bennett nämlich auch nach mehrmaligen Versuchen einfach nichts abgewinnen kann, bin ich von Chloe positiv überrascht. Gut, das mag vielleicht auch daran liegen, dass Bennett natürlich der namensgebende hübsche Bastard ist und sein Charakter halt Geschmackssache bleibt, aber vielleicht liegt es auch daran, dass Chloe im Gegensatz zu ihm nicht ganz das Klischee erfüllt, das man von so einem Roman erwartet. Im Gegensatz zu ihren Genre-Kolleginnen ist sie eine resolute, definitiv nicht unschuldige und hilflose Protagonistin und das hat mir richtig gut gefallen. Sie gibt Bennett an vielen Stellen richtig Gegengift und das ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch tausendmal glaubwürdiger wie ständiges Erröten und peinlich berührtes Drum-Herum-Reden.

Nach meiner Shades of Grey Phobie habe ich mit “Beautiful Bastard” wieder Geschmack am Genre gefunden und werde die Reihe definitiv weiter verfolgen.

bewertung

Ja, es gibt Klischees und ja, die Handlung ist wirklich unglaublich flach, aber das Buch macht einfach so vieles besser wie andere und deshalb muss man es einfach mögen!

4 Punkte

4 Kühe

Vielen Dank an MTB und Blogg Dein Buch für das Rezensionsexemplar!

[Rezension] Wild Cards – George R.R. Martin

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Titel: Wild Cards – Das Spiel der Spiele

Autor: George R.R. Martin

Genre: Fantasy

Format: broschiert, 544 Seiten

Verlag: Penhaligon; August 2014

Preis: 15,00 €

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Inhalt

Seit sich in den Vierzigerjahren das Wild-Card-Virus ausgebreitet hat und Menschen mutieren lässt, gibt es neben den normalen Menschen auch Joker und Asse. Joker weisen lediglich körperliche Veränderungen auf, während Asse besondere Superkräfte besitzen. Da ist zum Beispiel Jonathan Hive, der sich in einen Wespenschwarm verwandeln kann, oder Lohengrin, der eine undurchdringliche Rüstung heraufbeschwört. Doch wer ist Amerikas größter Held? Diese Frage soll American Hero, die neueste Casting Show im Fernsehen, endlich klären. Für die Kandidaten geht es um Ruhm und um so viel Geld, dass sie beinahe zu spät erkennen, was wahre Helden ausmacht.

meinung

Meine Güte, was hat das lange gedauert! Seit dem ich das Buch bekommen habe, sind nun mehr gut und gerne zwei Monate vergangen und in diesen zwei Monaten gab es nicht einen Tag, an dem ich nicht versucht habe, wenigstens mal eine Seite zu lesen. Ich habe mich so sehr auf das Buch gefreut, da ich ja großer Fan von “Das Lied von Eis und Feuer” in jeder erdenklichen Ausführung bin und am Ende habe ich leider mehr als enttäuscht in die Röhre geguckt.

Aber fangen wir mal von vorne an. Die Idee, dass Superhelden im Mittelpunkt der Geschichte stehen fand ich ja prinzipiell schon mal klasse. Das war bisher noch nicht so ausgelutscht wie Vampire und andere Gestalten es sind und der Ansatz mit der Talentshow hat mir auch super gefallen. Ich bin also mit viel Vorfreude an das Buch herangegangen und war schon sehr gespannt, wie wohl das Konzept von mehreren verschiedenen Autoren umgesetzt werden würde. Nach ein paar wenigen spannenden und interessanten Seiten hat sich für mich aber leider sehr schnell herausgestellt, dass es alles andere als eine angenehme Lesereise werden würde. Jetzt war es die ganze Zeit so, dass ich das Buch unbedingt beenden wollte, obwohl ich sehr oft mit dem Gedanken gespielt habe, es einfach abzubrechen. Immer wieder habe ich mir gedacht, warte lieber mal und sehe mal was noch so von den anderen kommt oder wie es weitergeht, aber leider wurde es immer absurder und die Spannung wollte auch nicht so recht wieder kommen. Deshalb habe ich mich wirklich fast zwei Monate damit rumgeschlagen und es dann letztendlich doch beendet, ich wollte dem Buch einfach die Chance geben die es meiner Meinung nach verdient. Prinzipiell ist die Idee nämlich wirklich super und hat verdammt viel Potential. Die Autoren verstehen ihr Handwerk definitiv, aber ich bin der Meinung, dass das Zusammengesetzte eher abträglich für den roten Faden und letztendlich das Buch an sich ist. Man merkt einfach zu deutlich die Unterschiede in den einzelnen Abschnitten und es kommt mir schon so vor, als hätte jeder Autor seine eigene Kurzgeschichte geschrieben, die dann irgendwie zusammengepuzzelt worden. Prinzipiell mag das Konzept ja interessant und außergewöhnlich sein, mich konnte es aber einfach nicht für sich gewinnen. Vielleicht bin ich auch einfach mit völlig falschen Erwartungen an “Wild Cards” herangegangen.

Nun aber genug dem Gejammere, denn es gibt durchaus ein paar positive Seiten, die mich immer wieder zum Weiterlesen gebracht haben. Da wären zum einen die markanten, außergewöhnlichen Charaktere mit ihren mehr als abgefahrenen Fähigkeiten. Da fand ich die Umsetzung wirklich super gelungen und es stellt sich mir die Frage, ob es nicht besser gewesen wäre, anstatt einer “zusammengewürfelten” Handlung, die Autoren sich um einen Charakter kümmern zu lassen und ihre Geschichten separat in einer Sammlung zu erzählen. Davon hätte ich persönlich wohl mehr gehabt, wie das Flickennetz was “Wild Cards” in meinen Augen leider geworden ist. Den Autoren spreche ich auf keinen Fall ihr Können ab, denn gerade in den Anfangsphasen bzw. Vorstellungsphasen der Charakter die ja auch später immer mal wieder auftauchen, haben sie alle ihre Stärken ausgespielt. Denn auch wenn George R.R. Martin auf dem Cover drauf steht, steckt von ihm eigentlich gar nicht so viel drin.

Ich habe nicht nur ewig gebraucht dieses Buch zu lesen, sondern es fällt mir auch jetzt noch schwer, mich für eine gerechtfertigte Wertung zu entscheiden. Zum einen habe ich mich durchaus unterhalten gefühlt, zum anderen war ich in vielerlei Hinsicht sehr enttäuscht. Wer auf einen klassischen “GRRM-Roman” hofft, der wird wohl bitter enttäuscht sein, aber andererseits sind Superhelden auch einfach nur super cool.

bewertung

Noch nie ist es mir so schwer gefallen, mich für eine Punktzahl zu entscheiden. Vieles war enttäuschend, einiges wirklich gut.

Gute 2 Punkte

2 Kühe

Vielen Dank an Penhaligon für das Rezensionsexemplar!