[Sachbuch] Anything Grows – Jörg Scheller & Alexander Schwinghammer

joerg-scheller-alexander-schwinghammer-102~_v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647Titel: Anything Grows – 15 Essays zur Geschichte, Ästhetik und Bedeutung des Bartes

Herausgeber: Jörg Scheller, Alexander Schwinghammer

Format: Hardcover, 315 Seiten

Verlag: Franz Steiner Verlag, Oktober 2014

Preis: 29.99 €

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Sachbuch_Inhalt

Wollten Sie immer schon einmal wissen, was Sie da eigentlich im Gesicht tragen? Ob Ihr persönlicher Bartstil eher aristokratischen, demokratischen oder religiösen Ursprungs ist? Warum die 1980er Jahre eine Bartödnis waren, das 21. Jahrhundert hingegen geradezu verrückt nach Bärten ist? In diesem Buch erläutern Wissenschaftler und Journalisten mal spielerisch-essayistisch, mal gewissenhaft-akademisch die vielfältigen Formen, Bedeutungen und historischen Hintergründe von Bärten. Von homophoben Priestern über sendungsbewusste Revolutionäre bis hin zu experimentierfreudigen Musikern – die Ahnengalerie unserer Bartmoden steckt voller Überraschungen und Widersprüche. Heute erlebt der Bart eine verblüffende Renaissance, die Möglichkeiten seiner Gestaltung scheinen fast grenzenlos – Anything Grows.

Sachbuch_Meinung

Es wächst!

Ein Buch über Bärte? Essays mit teils wissenschaftlichem Anspruch? Ernsthaft? Zugegeben, ich hätte nicht damit gerechnet, dass es sowas gibt. Aber es ist ja doch so, dass es nichts nicht gibt und speziell für Anything Grows gilt: Bärte können richtig interessant sein und das auch im wissenschaftlichen Sinne! In diesem Buch haben sich 15 Autoren zusammengetan, die sich dem Thema Bart aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln angenommen haben und dabei teils absolut verblüffende Ergebnisse präsentieren – auch für Bartlose.

Der Bart ist so viel mehr als schnöder Bewuchs

Es hat mich ja ein wenig gewundert, dass das Kapitel über den biologischen Hintergrund des Bartes erst ziemlich zum Schluss kommt, aber dafür steigen wir mit einer ganzen Breitseite an philosophischen und vor allem historischen Betrachtungen in die haarige Welt ein und ich war wirklich positiv überrascht, wie unterhaltsam und interessant selbst die wissenschaftlichen Essays waren. Jetzt hat natürlich jeder beitragende Autor seinen eigenen Stil, aber es macht vor allem die Mischung aus wirklich komplexen Texten mit wissenschaftlichem Anspruch und den mehr oder weniger nachdenklichen Essays – ein Experiment mit Hitler-Bärtchen darf natürlich auch nicht fehlen.

So erfährt man dann auf knapp 300 Seiten sehr viel Bartiges aus den unmöglichsten Ecken unseres Daseins. Der Musiker-Bart zum Beispiel wird einer komplexen und sehr ausführlichen Studie unterzogen, fein säuberlich sortiert und analysiert nach Genre. Besonders spannend fand ich den kurzen historischen Abriss der Bart-Geschichte – ja, sowas gibt es wirklich. Mit jedem weiteren Essay, die im Schnitt so 20 bis 30 Seiten lang sind, wurde ich aufs Neue überrascht, wie viel Potential in Gesichtshaar doch stecken kann. Auch wenn es auf den ersten Blick absurd erscheint, aber man glaubt gar nicht, wie interessant es sein kann, etwas über den Ursprung des Kaiser Wilhelm Bartes zu lernen oder sich mit dem Autor Gedanken darüber zu machen, weshalb der üppige Bewuchs plötzlich wieder auf dem Vormarsch ist, wo er doch lange als verpönt galt. Wunderbar ist auch die essayistische Form des Buches, denn so kann man bequem ein oder zwei Stück lesen und es dann erstmal wieder zur Seite legen.

Das Barthaar in der Suppe

Was erwarte ich mir von einem Buch, dass den Bart als Gegenstand hat? Viele, viele anschauliche Beispiele in Form von Bildern! Ich will nicht behaupten, dass es viel zu wenig Anschauungsmaterial in diesem Buch gibt, aber mir persönlich hat es doch ein wenig an Umfang gefehlt, gerade wo es doch die verrücktesten Bärte und Beispiele zu zeigen gibt. Vielleicht liegt es auch daran, dass das Buch so eine Mischung aus Wissenschaft und Unterhaltung ist, die aber nach meinem Geschmack definitiv gelungen ist.

Sachbuch_Fazit

Ich hätte nie gedacht, dass man über Barthaare ein informatives und zugleich unterhaltsames Buch schreiben kann. Und ich hätte auch nicht gedacht, dass mich in diesem Buch so viele neue und wirklich interessante Informationen erwarten. Besonders für Bartträger ist es wohl eine sehr spannende Erfahrung, das eigene Gesichtshaar mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten und zu sehen, wo man seine Haarwurzeln zu suchen hat. Egal ob Musik, Film oder Zeitgeschichte – der Bart hat überall seine Haare im Spiel und das bekommt man in Anything Grows auf spannende Art und Weise vermittelt.

[Top Ten Thursday] #3 – 10 Bücher, deren Handlung in Deutschland spielt

Hallo Leute,

die Woche ist fast geschafft und der Donnerstag kommt wieder mit einer Top 10 Liste daher. :) Heute mit einem Thema, das ich sehr schön finde, da ich gerne Bücher lese die in unserer schönen Heimat spielen! Ich habe mal versucht, mich hauptsächlich an Bücher zu halten, die ich schon rezensiert habe, dass ihr gleich mal nachgucken könnt, ob es euch nicht vielleicht zusagt. ;)

“10 Bücher, deren Handlung in Deutschland spielt”

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Thomas Finn’s “Aquarius” spielt in Egirsholm, einem fiktiven verschlafenen Nest das sehr nach Ostfriesland klingt. Weiter geht’s mit “Noah” von Sebastian Fitzek, dessen Handlung unter anderem in unserer Hauptstadt Berlin spielt und diese von einer nicht ganz so netten Seite zeigt. Eines meiner Highlights im letzten Jahr, “Der eiserne Sommer” von Angelika Felenda, spielt im schönen München. Ganz in der Nähe spielt “Himmelfahrt” von Richard Dübell, nämlich im – leicht nass gewordenen – Landshut. Irgendwo im Odenwald liegt Vielbrunn, dort spielt Brigitte Pons’ Kriminalroman “Celeste bedeutet Himmelblau”.

So und dann kann ich euch aus meinen Regalen noch das ein oder andere Buch anbieten, das ebenfalls in München spielt und was ich euch ganz besonders anbieten kann, sind gefühlt 320472 Romane die in Berlin spielen!

Schon vor längerer Zeit habe ich von Rainer Löffler “Blutsommer” gelesen, das bei Köln spielt. Außerdem nenne ich noch zwei Bücher mein Eigen, die das Schloss Neuschwanstein als Handlungsort haben und diverse fiktive Orte, bunt über die Deutschlandkarte verstreut kann ich auch noch anbieten. Da das aber alles den Rahmen sprengen würde, belasse ich es heute ausnahmsweise mal bei fünf Titeln. :)

[Neuzugang] Fangen wir erstmal klein an

Hallo meine lieben Leser,

hier kommt der erste Neuzugangs-Post im ersten Jahr, lange hat er ja nicht auf sich warten lassen! Und sind wir mal ehrlich, was gibt es Schöneres als Bücher zu kaufen? Aber im neuen Jahr wollen wir bescheiden anfangen, deshalb sind es nur drei Stück. :D

1421784317 Das Dorf ~ Arno Strobel

Panik, Todesangst – das ist es, was Bastian Thanner in der Stimme seiner Freundin hört, als sie ihn völlig unerwartet anruft. Fast drei Monate ist es her, dass Bastian Anna zuletzt gesehen hat, als sie Hals über Kopf und ohne Erklärung einfach verschwunden ist. Jetzt braucht sie dringend seine Hilfe, sie bangt um ihr Leben. Bastian macht sich sofort auf die Suche nach Anna und gelangt in ein Dorf an der Müritz, das ihm von Anfang an unheimlich ist. Überall deuten Spuren auf Anna, doch niemand kann oder will ihm weiterhelfen. Bis zu dem Abend, als Bastian Zeuge einer schrecklichen Zusammenkunft wird. Und auf den Mann trifft, der genau weiß, was mit Anna geschehen ist …

Der Allesforscher ~ Heinrich Steinfest

Sixten Brauns vollkommen normales Managerleben implodiert, als in Taiwan ein Wal 1421784374explodiert, und Sixten von irgendeinem Teil des Wal-Innenlebens k.o. geschlagen wird. Kaum aus dem Krankenhaus entlassen, stürzt er mit dem nächstbesten Flugzeug ab – und überlebt abermals. Aber nicht ohne zwischendurch die große Liebe erlebt zu haben. Und so kommt er Jahre später – Sixten hat sich längst vom Manager zum Bademeister gewandelt – zu einem Kind, das auf gar keinen Fall sein eigenes sein kann, es dann aber doch plötzlich ist … Ein frisch verwaister Junge namens Simon. Ein Junge, der nicht spricht, außer in seiner eigenen, nur ihm selbst verständlichen Sprache. Ein Junge, der sich dann als ganz ungewöhnlich talentiert in ganz ungewöhnlichen Bereichen erweist: Er kann klettern wie eine Gemse und zeichnen wie Leonardo da Vinci. Auch liegt es an Simon, dass sich so manche Gerade in Sixtens Leben zum Kreis schließt …

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Love letters to the dead – Ava Dellaira

Es beginnt mit einem Brief. Laurel soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb. Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Denn die Toten verstehen Laurel besser als die Lebenden. Laurel erzählt ihnen von der neuen Schule, ihren neuen Freunden und Sky, ihrer großen Liebe. Doch erst, als sie die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie den Weg zurück ins Leben und kann einen letzten Brief an May schreiben …

In eigener Sache: Änderung des Layouts für Sachbücher

Hallo liebe Leute,

momentan habe ich drei Sachbuch-Rezis in der Pipeline und habe mir deshalb Gedanken darüber gemacht, ob ein Bewertungssystem nach Punkten und vor allem auch die Bewertung mit den Seitenwiese-Kühen dafür überhaupt passend ist. Es ist ja doch so, dass man ein Sachbuch völlig anders bewertet wie einen Roman, denn ob mir die Charaktereigenschaften einer historischen Persönlichkeit zusagen oder nicht, darauf hat leider der Autor keinen Einfluss. ;)

Um das Ganze etwas aufzupeppen und auch ersichtlich zu machen, dass den Sachbüchern eine ganz eigene Sparte zukommt, habe ich mich für ein paar inhaltliche als auch optische Änderungen entschieden. Einen Blick auf die neuen Kriterien könnt Ihr hier schon mal werfen, meine bescheidenen Gimp-Fähigkeiten haben da mal was produziert:

Sachbuch_Meinung Sachbuch_Inhalt Sachbuch_Fazit

Ihr seht schon, inhaltlich wird sich also gar nicht so viel ändern. Definitiv wegfallen werden die Punkte-Bewertungen, ich möchte am Ende lieber ein Fazit ziehen, ob mir das Buch in seiner Art zugesagt hat oder nicht und ob ich es für empfehlenswert halte. Den Abschnitt “Meinung” werde ich mit neuen Zwischenüberschriften versehen, sodass man gleich eine Ahnung hat, worauf ich im kommenden Abschnitt hinaus will. Und auch die Maskottchen-Kühe müssen leider ihren Huf äh Hut nehmen. ;)

Insgesamt verändert sich also nicht viel, aber da ich in diesem Jahr unbedingt mehr Sachbücher lesen möchte, musste einfach mal was Neues und Ansprechendes her – Wissen vermittelt zu bekommen kann nämlich echt Spaß machen. :P

[Gemeinsam Lesen] #6 – Gottes letzer Plan

Hallo liebe Leute,

diese Woche nehme ich wieder an der “Gemeinsam Lesen” – Aktion teil, letzte Woche musste dank Uni leider entfallen (ja, schiebt es auf die unmöglichen Vorlesungszeiten und mein Unverständnis vom mobilen WordPress :D )

gemeinsam lesen

A1ocOfq7YpL._SL1500_1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Aktuell lese ich das eBook “Gottes letzter Plan” von Daniel Dersch und habe gerade mal die ersten beiden Kapitel gelesen. Eine Seitenzahl? Keine Ahnung, helfen euch 4% weiter? :D

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

“Nach dem Telefonat mit Samantha war Rob aufgewühlt, und er dachte erst gar nicht daran, sich schlafen zu legen.”

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Ich bin jetzt ja noch nicht weit vorangekommen, aber es geht in dem Buch um einen Mann, der plötzlich die Fähigkeit erhält in die Zukunft zu blicken und was er dort so vorfindet, ist alles andere als erquickend. Das veranlasst mich natürlich dazu, selber mal darüber nachzudenken, ob ich denn auch gerne in die Zukunft blicken würde. Ehrlich gesagt, ich glaube meine Antwort ist Nein. Stellt euch mal vor, ihr würdet rausfinden, dass ihr nur noch 2 Wochen zu leben habt oder ähnliches – das wäre der absolute Horror. Das Schicksal hat sowieso einen Plan für uns, also lassen wir uns einfach überraschen und machen das Beste daraus. ;)

4. Was ist neben dem Lesen euer größtes Hobby?

Gilt es jetzt, wenn ich sage: “Geschichtsbücher lesen”? Das ist ja auch Lesen…Hmm na gut, dann muss ich wohl damit rausrücken, dass ich seit wer weiß wie vielen Jahren eine große Leidenschaft für Videospiele hege. :D Ich glaube, meine Eltern bereuen es bis heute, dass sie mir damals einen Gameboy geschenkt haben – ihr wisst schon, die alten großen bunten Dinger die heute kein Mensch mehr kennt. ;) Es ist – genau wie das Lesen – leider kein billiges und ein verdammt zeitfressendes Hobby, aber ich liebe es und vermutlich werde ich das auch in 20 Jahren noch tun, schließlich haben sich die Prophezeiungen meiner Familie, dass ich spätestens mit 20 die Lust verlieren würde, absolut nicht erfüllt. :D